• CSD Frankfurt 2022

Frankfurt kein bisschen leise: Nachtrag zum 30. CSD in der Mainmetropole

Liebe Vertreter*innen der Presse, liebe Menschen,

eines steht fest: Frankfurt war am vergangenen Wochenende kein bisschen leise! Der CSD Frankfurt e.V. meldet 13.500 Demoteilnehmer*innen und bricht somit den im letzten Jahr aufgestellten Rekord von 8.200 Demonstrierenden. Getreu dem diesjährigen Motto “30 Jahre CSD Frankfurt – und kein bisschen leise” zogen Queers und Allies durch die Straßen, machten sich für die LGBTQIA* Community stark und zeigten Flagge. Gewohnt bunt, doch deutlich politischer als bisher – und mit über 60.000 Zuschauer*innen am Straßenrand.

Nach einem erfolgreichen Warm Up auf der Konstablerwache am Donnerstag, bei dem sich die Gastronomie schon einmal einspielen durfte und der Sponsor OUTtv den Film “Charlatan” präsentierte, eröffneten die beiden Frankfurter Drag Queens Giselle Hipps und Feeby Fergison das Programm feierlich am Freitagnachmittag. “Die Stimmung im gesamten Orga-Team war freudig-aufgeregt, alle waren bereit, endlich loszulegen”, so Gwen Iffland, Pressesprecherin des CSD Frankfurt e.V. “Eine gewisse Anspannung lag dennoch in der Luft”, führt sie fort, “gerade nach den wichtigen Diskursen und Forderungen an Politik und Polizei zum Schutze der queeren Community konnten wir nur schwer einschätzen, wieviele Menschen tatsächlich auf den Festplatz kommen werden.”

Doch die Community hielt zusammen: 120.000 Menschen kamen am Wochenende auf der Konstablerwache und den umliegenden Straßen zusammen, um den 30. Christopher Street Day in Frankfurt zu feiern – und sich nicht zu verstecken.

Zum Auftakt der CSD-Demonstration, die wie gewohnt am Samstagmittag stattfand, hissten der Hessische Minister für Soziales und Integration Kai Klose (DIE GRÜNEN), sowie Stadtrat Stefan Majer (DIE GRÜNEN) neben Christian Setzepfandt (Aids Hilfe Frankfurt e.V.), Gwen Iffland und Sebastian Reggentin (Pressesprecher*innen CSD Frankfurt e.V.) die Regenbogenflagge auf dem Balkon des Frankfurter Römers.

Der Demozug von 42 Wagen und 46 vorab registrierten Fußgruppen, die sich im Laufe der Demonstration um ein Vielfaches vergrößerten, zog gegen 13 Uhr für rund zweieinhalb Stunden vom Römerberg durch die gesamte Innenstadt bis zur Konstablerwache, wo das Kunst-, Politik- und Kulturprogramm seinen Lauf nahm.

Auch die Infostraße in der Großen Friedberger war in diesem Jahr äußerst gut besucht. Neben der Kulturbühne, auf der es u.a. Poetry Slams, Moderationen, Gesang und den beliebten Stöckelschuhlauf zu sehen gab, bot die Infostraße erneut Platz für Vereine und Initiativen, aber auch für CSD-Sponsor*innen, sich präsentieren zu können und in Austausch mit den Frankfurter*innen und Gäst*innen zu kommen.

In diesem Jahr wurde das Programm um eine weitere Bühne ergänzt, die anschließend an die Infostraße oberhalb des Regenbogenkreisels Platz fand und in diesem Jahr von dem Team der GRIND mit elektronischer Musik bespielt wurde. “Die Idee wurde dankend angenommen und wir planen bereits, der Bühne und allen Menschen drum herum im kommenden Jahr noch mehr Platz zum Tanzen einzuräumen”, freut sich Sebastian Reggentin, Pressesprecher des CSD Frankfurt e.V..

Auch das Wetter spielte mit: Noch von der großen Hitzewelle verschont, freuten sich die Besucher*innen über strahlenden Sonnenschein an allen vier Tagen. Die Gastronomie-Stände sorgten für ausreichend Abkühlung und das leibliche Wohl, während Acts wie MiA. oder Marcella Rockefeller, sowie lokale DJs wie DJane Käry und DJ Sascha Dreyer den ganzen Platz mit guter Stimmung versorgten.

Ein besonderer Testballon war das neue Awarenesskonzept des CSD Frankfurt e.V., das bereits vorab großen Zuspruch erfuhr. Eigens für das Wochenende geschulte, ehrenamtliche Helfer*innen waren auf dem Platz und im Awareness-Zelt neben der Hauptbühne unterwegs, um den diesjährigen CSD Frankfurt in Zusammenarbeit mit der Security möglichst sicher zu gestalten. Personen, die Belästigung oder Diskriminierung jedweder Art erfuhren, oder Besucher*innen, denen es körperlich wie mental nicht möglich war, länger in der Menschenmenge zu verweilen, konnten sich zurückziehen und fanden bei den Helfer*innen neben entsprechender Hilfe auch ein offenes Ohr für alle Belange. “Das Konzept, genau wie die barrierearme Gestaltung des CSD, die wir in diesem Jahr u.a. bereits mit einem Dolmetscher für Gebärdensprache, Velo-Taxis für in ihrer Mobilität eingeschränkte Personen während der Demonstration, sowie einen extra Rolli-Bereich vor der Hauptbühne aufgegriffen haben, soll im nächsten Jahr deutlich ausgebaut, vertieft und gefördert werden”, betont Britta Helfrich, Vorständin des CSD Frankfurt e.V. und Zuständige für Barrierefreiheit und Awareness.

Wie auch schon im vergangenen Jahr erfreute sich der CSD Frankfurt besonders am großen Zuwachs junger queerer Menschen, die sowohl lautstark bei der Demonstration, als auch friedlich auf dem Festplatz für Sichtbarkeit sorgten, sich zusammenschlossen und durchaus politisch zeigten. “Der CSD ist für uns nicht nur ein Ort, um andere queere Leute zu treffen und kennenzulernen, sondern vor allem ein Ort, um so sein zu können, wie wir sind”, sagt eine junge Besucherin, die sich außerdem dankbar über das Sicherheits- und Awarenesskonzept zeigte. “Die Menschen hier sind sehr freundlich, vom Personal, Security bis zu den Besucher*innen”, führt sie fort, “das bedeutet uns gerade nach den Ereignissen der letzten Monaten sehr viel.”

Die Sichtbarkeit der Community wird von Jahr zu Jahr stärker, auch durch Unterstützung zahlreicher Institutionen und Firmen in der Stadt, die ihre Fassaden in Regenbogenfarben anstrahlten, die große Regenbogenflaggen hissten wie u.a. das Hilton City Centre Frankfurt, einer der Hauptsponsoren in diesem Jahr.

Der CSD Frankfurt e.V. blickt den kommenden, notwendigen Gesprächen mit der Stadt Frankfurt, sowie den queeren Bündnissen, Organisationen und Einrichtungen und auch mit der Polizei Frankfurt gespannt entgegen und freut sich schon jetzt auf einen erfolgreichen CSD Frankfurt in 2023.

Und vergessen Sie nicht: Pride is still a Protest!

Mit vielen Grüßen und einem großen Dank an alle Teilnehmer*innen der Demonstration, Besucher*innen des Festplatzes und Sponsor*innen –

Ihr CSD Frankfurt e.V.

Der CSD Frankfurt wird unterstützt durch…

Wir sagen DANKE!

Auch Corona ist nicht ganz spurlos an uns vorbeigegangen – wir brauchen Deine Hilfe!

Liebe Alle,

leider müssen wir aufgrund der widrigen politischen und wirtschaftlichen Umstände dieses Jahres den Wegfall oder die spürbare Reduktion von Unterstützungen seitens der Wirtschaft beklagen.

Da die Organisation und Durchführung der Demonstration und des gesamten CSD jedoch für uns mit nicht unerheblichen Kosten verbunden ist, sind wir sehr auf Eure Spenden angewiesen. Diese könnt ihr dem CSD Frankfurt via PayPal und Banküberweisung zukommen lassen: www.csd-frankfurt.de/spenden/ oder direkt über den Spenden Button auf der rechten Seite.

Wir bedanken uns für Eure Unterstützung – unabhängig deren Umfangs – bereits im Voraus recht herzlich. Jede Hilfe ist willkommen und notwendig, damit Frankfurt auch mit seinem CSD Flagge zeigen kann. Die aktuellen Übergriffe auf LGBTQI*Menschen in unserer Region machen dies mehr als deutlich und unabdingbar.

Sei auch du dabei: CSD Frankfurt – 30 Jahre und kein bisschen leise!

Tausend Dank und viele Grüße
Dein CSD Frankfurt e.V.

Hier kannst Du direkt per PayPal spenden: