Gleichstellung – worum geht’s denn eigentlich?

Die Diskussion über die Gleichstellung homosexueller Paare ist mal wieder im vollen Gange. Aber worum geht es eigentlich?

Schon klar, es geht um den Untergang des Abendlandes, das Ende der christlichen Kultur und dergleichen mehr. Ich hatte im übrigen eine schöne Kindheit, naja, abgesehen von den Marotten, die meine Eltern, wie alle Erwachsenen, so hatten und an ihre Kinder, also auch mich, weitergegeben haben und es immer wieder tun werden. Da hätte auch ich mir von meinen Eltern mehr Reflexionsvermögen gewünscht, es waren aber eben auch „nur“ Menschen.

Gute Eltern – schlechte Eltern

Manche heterosexuellen Eltern, so höre ich, gehen ja so weit, ihr Kind zu vernachlässigen, gar zu missbrauchen. Sie stopfen es voll mit ihren kruden Ideen über die Welt und nennen es dann Erziehung. Sie propagieren den Krieg und nennen es gut, andere zu erschießen. Ihrem Kind erzählen Sie, das sei Patriotismus und zur Erhaltung der Kultur notwendig.

Sie finden die Todesstrafe gut und sprechen über „die Kanacken“, die uns (also Ihnen) den Arbeitsplatz wegnehmen und machen ihrem Kind deutlich, dass es sich vor solchen Leuten hüten soll. Am besten die Boote im Mittelmeer versenken, und zwar mit den Menschen drin, damit die Schlepper erst gar nicht mehr auf die Idee kommen, Leute rüberzuschicken, die eh nur wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten unser Land überrennen wollen. Genau diese Eltern ziehen „the next generation“ heran.

Wollen wir das?

Klar wollen wir das! Denn es sind eben nicht „die Eltern“, es sind immer einzelne Menschen die, wenn überhaupt, nicht in der Lage sind, für eine offene“next generation“ zu sorgen. Die allermeisten Eltern machen einen tollen Job, sind lieb zu ihren Kindern, geben ihr Allerbestes und sorgen dafür, dass unsere Gesellschaft immer wieder neue Mitglieder bekommt. Genauso wird es auch immer homosexuelle Paare geben, die keine gute Erzieher abgeben werden (was auch immer das heißen mag). Doch auch hier zieht die große Masse einfach ein Kind mit all ihrer Liebe versehen und gut auf.

Die propagierten Probleme, die Erziehung so aufwirft, haben eben nichts mit sexueller Gesinnung zu tun, sondern mit Herz und Verstand oder eben dem Fehlen des ein oder anderen, und natürlich wird es immer Menschen geben, die Homosexualität nicht gut finden und vielerlei Gründe dagegen finden, dass wir Kinder adoptieren und großziehen dürfen. So lange dies in einer respektvollen Weise geschieht, muss das in einer offenen Gesellschaft auch möglich sein! Weltanschauung ist eben Ansichtssache und individuell und muss im demokratischen Prozess eingebracht werden dürfen.

Wir müssen am Ball bleiben!

Wenn allerdings die, die dafür sorgen sollten, dass unsere Gesellschaft sich weiterentwickelt, denen nach dem Mund reden, die mit Sicherheit eben schon längst keine Mehrheit mehr in dieser Gesellschaft haben, wohl aber die Mittel, sie durch mediale Unterstützung aufzubauschen, dann müssen wir was tun!

Vom 17. bis zum 19. Juli findet in Frankfurt der Christopher Street Day statt, zu dem wir jede und jeden herzlich einladen. Vor allem laden wir alle SkeptikerInnen ein, mit uns zu feiern und zu trauern, um festzustellen, dass wir uns ähnlicher sind, als wir denken. Mensch eben!

Der CSD wird von einem gemeinnützigen Verein und seinen ehrenamtlichen Orgamitgliedern ganzjährig geplant und an drei Tagen im Jahr durchgeführt. In den nächsten Jahren wird der CSd Frankfurt, wie alle CSDs immer wieder Unterstützung benötigen, um weiter präsent sein zu können. Du kannst entscheiden, wie wichtig Dir ein CSD – #maincsd – in Frankfurt ist und hier ist der Link dazu

(jl)