Ach wärst Du doch in Düsseldorf geblieben …

Dorthe hat es ja schon vor vielen Jahren gewusst und geradeheraus gesungen. Ja, wärst Du doch in Düsseldorf geblieben, junger Playboy, also Kalle. Aber da Kalle eben nicht in Düsseldorf geblieben ist, hat es sich so ergeben, dass er nach Frankfurt kam. Vor ihm tat das schon wer anders aus Düsseldorf und hat sich aus der Feder Rainer Gütlichs erklären lassen, wie man einen CSD machen kann. Sprachs und tats und ging und ließ Kalle machen (oder so ähnlich).

Und da Kalle ein Düsseldorfer mit dem den RheinländerInnen  gegebenen Humor (synonym für Aufdringlichkeit) ist, hat er natürlich nicht locker gelassen. Das könnte man von unseren beiden Vorständen, die ansonsten ganz brav die Demo und die Infostraße betreuen, auch behaupten, und so berichteten sie immer wieder von Ihren Erlebnissen auf dem Düsseldorfer CSD – die an dieser Stelle verschwiegen werden sollen.

So kam es zu den jährlichen Besuchen der DüsseldorferInnen und Gegenbesuchen der FrankfurterInnen. Während die DüsseldorferInnen von Anbeginn wenig Scham hatten, in Frankfurt zu invasieren, haben sich die scheuen HessInnen da etwas schwieriger getan, aber, wie es so ist, fielen irgendwann auch hier die Grenzen und – schwupps – standen wir zu mehreren FrankfurterInnen auf dem Düsseldorfer Wagen und führten neben einem moderierenden Kalle die Düsseldorfer Demonstration mit an.

Was lag da näher, als diesen intimen Moment zu nutzen, um Düsseldorf einen Heiratsantrag zu machen?

Dann ging es Schlag auf Schlag, der Bembel wurde gemalt, das Düsseldorfer Kirsch an den Start gebracht, beides vereint und auf der Abschlussbühne des CSD Frankfurt getrunken. Ja, da hat der Kalle das richtige Mittel gefunden, denn wir müssen warnen: Düsseldorfer Kirsch kann in den Wahnsinn treiben. Das haben wir gemerkt, aber nun isses zu spät und wir werden natürlich zu unseren ehelichen Pflichten mit Freude (!) stehen. In Düsseldorf, im kommenden Jahr, wird es die Feier dann auch dort noch geben und dann ists richtig perfekt.

Die frankfurter und düsseldorfer Community kann sich nun auch nicht mehr verstecken, denn so eine Partnerschaft bringt natürlich für alle eine gewisse Pflicht mit sich. Jetzt heißt es, sich kennen lernen und für alle FrankfurterInnen und DüsseldorferInnn, die bis dato nicht im Traum daran gedacht haben, in die jeweilige Partnerstadt zu fahren, werden sie nun keine wirklich gute Ausrede mehr haben, es auch weiterhin nicht zu tun.

Und nein: Äppler und Alt zählen nicht als übergeordnete Gründe, Düsseldorf oder Frankfurt fern zu bleiben!

Achja, und wenn es politisch gerade nicht so fürchterlich unkorrekt wäre, dann würde ich mir jetzt schon ins Fäustchen lachen, wenn ich mir Bäppi La Belle auf der rheinischen Bühne vorstelle, wobei wir FankfurterInnen bis jetzt noch gut lachen haben, denn wir wissen ja nicht, welche rheinische Frohnatur unsere Bühne zukünftig entern wird – natürlich alles aus Gründen der Völkerverständigung, versteht sich.

Um also die von unserem (meinem) Lieblingschefredakteur Björn von unserer Lieblingszeiung GAB gestellte Frage, warum denn ausgerechnet Düsseldorf die Braut sei, zu beantworten: Weil Sie nicht in Düsseldorf geblieben ist!

Und wär sie dann doch in Düsseldorf geblieben – dann hätten wir diese wunderbare Chance verpasst, den Austausch von Bembel und Kirsch, von Bäppi und Kalle und, wer weiß, von Peter Feldmann und  Thomas Geisel zu fördern, zukünftig mindestens einmal im Jahr, oder, wer weiß, vielleicht auch öfter.

Zum Glück bist Du nicht in Düsseldorf geblieben. (jl)