Wir bleiben dabei: Multikulti ist gescheiter!

Ja, mit der politischen Korrektheit ist es nicht einfach. Darf ich einen Mitmenschen ausländischer Herkunft Kanake nennen, Leute ins Arbeitslager wünschen, weil Sie anderer Meinung sind?

Vielleicht. Wenn ich mit Freunden unterwegs bin, die wissen, dass ich nicht „nicht alles schlecht fand“ und sich meiner liberalen Gesinnung sicher sind. Oder wenn jedem klar ist, dass ich ein Kabarettist oder Satiriker bin, zumal dann, wenn ich auf der Bühne stehe und die Menschen zu mir kommen, um eben jenen Spiegel vorgehalten zu bekommen, in den Sie außerhalb satirischen Kabaretts nicht schauen.

Ansonsten ist es mit der politischen Korrektheit so ein Spiel mit dem Feuer. Erst einmal wird man immer Menschen finden, die die Unkorrektheit beklatschen. Weil Sie sich selbst niemals trauen würden, unkorrekt zu sein, finden sie diejenigen gut,die sich mal trauen zu sagen, was keiner sonst sagen mag. das ist dann aber schon nicht mehr politisch korrekt, sondern – politisch.

Genau die aber sind dann kein gutes Publikum mehr, wenn sich der Rest der Welt über die Tragweite solcher Unkorrektheiten bewusst wird und nicht mehr goutiert. Dann kann es eben passieren, dass die einstigen Claqueure umfallen und man plötzlich der „enfant terrible“ ist, dem man es im Unterschied zu vorher verübelt, dass er „terrible“ ist.

das Feld der kabarettistischen Satire, das muss man auch noch wissen, ist ein nicht leicht zu bespielendes, das man nur dann betreten sollte, wenn die Kunst so beherrscht wird, dass jeder weiß, um was es sich handelt. Gerhard Polt darf definitiv auf „Kanaken“ eindreschen. Man versteht sich.

Wenn die geäußerte Satire aber nicht mehr klar zugeordnet werden kann, dann ist es gut, zwischendurch einmal mehr als üblich mit den Augen zu zwinkern und zwischendurch deutlich zu machen, wo die wirklichen Standpunkte liegen.

Ansonsten läuft man Gefahr, eben die Unkorrektheiten zu nähren, die dann auch so gemeint sind, wie sie in die Welt gesetzt werden. Und das darf man dann wieder nicht!

 

PS: Entgegen aller Unkenrufe, dass Multikulti gescheitert sei, bleiben wir dabei, dass die einzige Chance, in einer respektvollen und liberalen Welt zu leben, die ist, eine Atmosphäre zu schaffen, in der Diversität nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung empfunden wird. Dafür gehen wir das ganze Jahr über auf die Straße, reden mit Menschen, fördern Gemeinschaft und … organisieren den Christopher Street Day in Frankfurt am Main.

Von | 2018-05-24T19:46:22+00:00 April 5th, 2014|B_Allgemein|0 Kommentare

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