CSD – Es bleibt alles anders

Angekommen?

So langsam neigt sich die CSD-Saison dem Ende zu. Ich war auf mehreren CSDs und natürlich haben wir  das drumherum fleißig beobachtet, uns Inspirationen geholt und hin und wieder auch den Kopf geschüttelt, nicht böse oder schadenfroh, sondern verwundert. Woran merkt man also, dass die CSDs tatsächlich in der Mitte angekommen sind? Genau, sie beschäftigen sich hier und da, ganz Mainstream, lieber mit sich selbst als mit den Themen, die sie eigentlich auf der Agenda hätten haben sollen.

Aber natürlich gehört das alles dazu, oder, um es anders auszudrücken, es menschelt. Seit 1979 finden in Deutschland CSDs unter diesem Namen statt, in Frankfurt seit den Anfang 90er Jahren, zunächst unter anderem Namen, wenig später auch als Christopher Street Day.

noch schöner, noch besser, noch bunter

1998 hieß es in der Frankfurter Festschrift: „noch schöner, noch besser, noch bunter … soll der CSD dieses Jahr werden. Am 18. Und 19. Juli wollen wir auf der Konstablerwache den Frankfurter /innen mal wieder zeigen, wie man richtig Feste feiert.

1999 hörte sich das dann schon anders an:Die Familie feiert Geburtstag – 30 Jahre CSDs – Von der Revolution zur Touristenattraktion. Der Christopher-Street-Day (CSD) gilt heute weltweit als höchster Feiertag von Lesben und Schwulen. Zehntausende ziehen durch die Metropolen, um den größten und schrillsten Party-Event im schwul lesbischen Kalender zu begehen. So alt wie der CSD ist auch der Streit um die Frage, wie politisch es denn, bitteschön, hierbei zugehen soll.

Na also, da haben wir es, nämlich das Problem, das vor 15 Jahren schon eines war. Vermutlich nicht nur in Frankfurt, aber eben auch da.

Viel Geschrei um Nix?

Exemplarisch, aber längst nicht einzigartig sei Berlin in dieser Saison genannt. Da wurde nicht gerade wenig diskutiert und gestritten um ein Wort – um Stonewall – das zukünftig die Parade, die Demonstration bezeichnen sollte, die die Community durch die Stadt führt. Sicher, hier ging es vermutlich um anderes, um Persönliches, und eben nicht um die Demonstration, die Parade oder eben die Stonewall-Parade.

Es mag der Berliner Mentalität zuzuschreiben sein, dass man da nicht eben mal einfach so eine Namensänderung hinnehmen will und plötzlich tauchen aus dem Nichts Menschen auf, die bis dato schwer sichtbar waren und diskutieren über ein Wort oder auch zwei. Aber wie gesagt, Empörung scheint derzeit ein gesellschaftliches Phänomen zu sein, sicher nicht das schlechteste, aber dann zerstörerisch, wenn es nur noch um seines Willens geäußert wird. Fazit: Berlin hatte drei, (oder waren es vier?) CSDs.

Diversifizierung unter Diversifizierten

Sieht man es positiv, dann findet jene Diversifizierung jetzt eben nicht mehr nur zwischen Homo und Hetero statt, sondern dann gibt es sie zukünftig auch immer mehr bei Homo, Trans und Inter – unterschiedliche Meinungen und unterschiedliche Bedürfnisse, die dann eben auch in unterschiedlichen Formaten ausgerufen und demonstriert werden. Und daran ist nichts auszusetzen. wenn wir es nun auch noch gut anstellen, sollten alle dabei gewinnen können.

Dann gab es die, die zum ersten Mal auf die CSD-Bühne getreten sind. Aschaffenburg zum Beispiel überraschte mit knappen tausend Menschen, die in dieser schönen unterfränkischen (bayerischen) Stadt aufmarschierten, noch wirklich überraschte Gesichter bewirkten und einfach gut debütierten.

Einer für alles

Und Frankfurt? Wie wars denn eigentlich in Frankfurt? Vermutlich wie immer: Bunt, schrill, laut, nachdenklich, schweigend. Und wir wissen wohl, dass ihn die einen zu laut, die anderen zu still, die nächsten wieder zu schweigend und wieder andere zu schrill fanden.

Hier hätte etwas Kapitalismuskritik reingehört, da hätten wir weniger Sponsoren nehmen sollen, das Bühnenprogramm kleiner, den Festplatz offener, einzelne Künstler gar nicht, andere wiederum mehr.

Es ist, und man muss es so sehen, nicht möglich, jede und jeden zu befriedigen, denn jede und jeder hat eine andere Vorstellung davon, was der CSD wie zu leisten hat. Was für die eine selbstverständlich und qua gesunden Menschenverstand erklärbar ist, das versteht der oder die andere noch lange nicht. Und natürlich haben wir nicht den Anspruch, Europa-, Finanz- oder- Sozialpolitik zu thematisieren.

Klarer Auftrag

So sehr es für den ein oder die andere Gründe gibt, das zu tun, so steht der Christopher-Street-Day-, Stonewall- oder Pride-Gedanke eben für die Rechte von anderssexuellen Menschen. Im Übrigen bieten wir für alle, die es nicht nur bei Worten belassen wollen, eine Demonstration und eine Infostraße, auf der Taten folgen können, Meinungen geteilt und MitstreiterInnen gewonnen werden können.

Und dann ist so eine Veranstaltung auch nicht nur ein Balanceakt zwischen den Beteiligten (oder denen, die nicht daran teilnehmen, weil sie sich nicht wiederfinden) und den VeranstalterInnen, sondern auch einer zwischen den Mitgliedern und Mitfrauen des Vereines – und die sind sich mitnichten immer einig über das Erscheinen des CSDs. Am Ende obsiegt dann die Mehrheit, auch die knappe. Sicher müssen sich auch die den ein oder anderen Vorwurf gefallen lassen, die es gerne anders gehabt hätten, aber das ist eben Demokratie und so stehen alle Vereinsmenschen hinter dem CSD, so wie er war.

Nix Neues im Römer?

Der Einzug in den Römer war in diesem Jahr auch kein Novum mehr (war es so gesehen im vergangenen Jahr auch nicht, denn wir wurden auch in früheren Zeiten schon dort empfangen), aber dass wir Kharina gewinnen konnten, für die Transmenschen dort zu reden, das war ein Novum. Kharina hätte, wie viele Transmenschen, viel Schlechtes über die Szene zu erzählen, Diskriminierung, Ausgrenzung und Ablehnung. Und auch über den CSD hätte sie einiges zu erzählen, Dinge, die ihr nicht gefallen.

Sie hat aber trotzdem oder gerade deswegen das Zepter oder das Mikro in die Hand genommen und hat es in emotionaler und eindringlicher Manier erzählt – und damit viel Nachdenken geerntet, am Ende vielleicht sogar eine Ausweitung des Themas im nächsten Jahr bewirkt. Hätte sie sich in die Schmoll- und/oder Anti-Ecke zurückgezogen, wäre uns ein wichtige Einblick verwehrt geblieben. Danke.

Wer’s anders will, soll’s anders machen

So dachten es sich auch die VeranstalterInnen des transuniversalen CSDs. Sie fühlten sich mit dem großen CSD nicht wohl und haben ihren eigenen veranstaltet, Schön, dass er am selben Wochenende stattfand und somit eine Alternative für all diejenigen bot, die es anders wollten, ohne ganz außen vor zu sein.

Und auch was die Demonstration angeht, sei der oft geworfenen Ball zurückgeworfen. Wir organisieren die Demonstration, wir führen sie durch und wir tragen die Kosten – das ist weitaus mehr, als manch andere bereit sind für eine Demonstration zu geben und zu tun. Den Inhalt können wir schwer beeinflussen. Wir haben bei den Parteien angeregt, sie mögen den Anfang machen, auf Wagen verzichten und Fußgruppen organisieren. Der Tenor war, dass man – aus verschiedenen Gründen – nicht dazu bereit war.

Natürlich können wir Regeln aufstellen, wie eine Demonstration auszusehen hat. Doch welche Regeln sollen hier gelten und konterkariert es nicht den Sinn der Sache, eine Demonstration zu reglementieren?

Bleibt alles anders

Kurzum: es ist nicht leicht, einen CSD zu organisieren, schon gar nicht, alle Meinungen zu berücksichtigen. Schlussendlich aber können wir feststellen, dass nur ein kleiner Teil das, was wir gemacht haben, nicht gut fand und ein winziger dabei viel Respekt in seiner Enttäuschung verlor. Aber genau jenen Teil schauen wir uns genau an und diskutieren bereits kontrovers über den nächsten CSD – vermutlich mehr, als sich unsere Kritiker zu wünschen wagen.

Wir werden im nächsten Jahr aber trotzdem wieder IN der Stadt feiern und nicht irgendwo am Rand, wir werden wieder in den Römer gehen, weil wir da hin gehören und weil wir sehen, dass wir die Menschen dort mit unseren Botschaften sehr wohl erreichen und wir werden auch wieder feiern, hier und da auch uns selbst, denn das durften wir viele Jahrzehnte nur unter Strafe!

Und nicht zuletzt ist es auch diese Lebenslust, die nicht nur in der Andersartigkeit unserer gelebten Sexualität zum Ausdruck kommt und nicht wenige Nachahmer findet, weil sie eben offener und lockerer ist. Die sollten wir uns im übrigen bewahren und schon gar nicht gegen Homoehe- oder andere Gesetzen einfach eintauschen, denn dieses Lebenslust ist auch Teil unserer Kultur!

Wir werden aber auch nicht die vergessen, die, innerhalb der Community an den Rand gedrängt werden, und wir werden diese Menschen auch im nächsten Jahr ins Licht holen. Aber wir werden  auch unserem Thema treu bleiben, bei allem Leid und bei allen Unstimmigkeiten in dieser Welt, nämlich dem der Homo-, Trans- und Interphobie, denn dazu sind wir eben angetreten.

Für mich jedenfalls geht eine CSD-Saison vorüber, die, da bin ich ehrlich,  in vielen Teilen nicht befriedigend war und die mich bestenfalls antreibt, es nächstes Jahr (noch) besser zu machen. (jl)

Infos zum CSD Frankfurt


Der CSD in Frankfurt wird seit 1992 veranstaltet, zunächst von der Dachorganisationen aller für die Interessen homosexuell orientierter Menschen arbeitenden Frankfurter Vereine, später von der Gütlich Event GmbH und seit 2012 wieder von einem Verein, dem CSD Frankfurt e.V. der zu dieser Zeit noch „Förderverein Zukunft Spenden e.V.“ hieß, der Einfachheit halber 2014 aber umbenannt wurde.Derzeit hat der Verein 16 Mitglieder im Orgateam, davon 5 Vorstände, außerdem 2 Fördermitglieder.Die stimmberechtigten Mitglieder bestimmen gemeinschaftlich die Ziele des CSD und besprechen die einzelnen Bereiche final ebenso gemeinsam. Bei Unstimmigkeiten wird eine Abstimmung herbeigeführt, die einer einstimmigen Mehrheit bedarf.

Die Mitglieder des Vereines arbeiten ehrenamtlich und versuchen, möglichst alle Aufgaben selbst und unentgeltlich zu bearbeiten. War man zeitweise stolz darauf, dass man von der „Revolution zur Touristenattraktion“ geworden ist, so ist dieser Trend rückläufig. Mit steigender Akzeptanz rücken die politischen Ziele wieder in den Vordergrund.

Dies ist eines der Ziele, die ganzjährig vorbereitet werden, für die es aber auch Zeit (MitarbeiterInnen im Orgatem) und Geld (Spenden, Sponsoren und Fördermitgliedschaften) braucht. Beide ist beim CSD Frankfurt e.V. möglich, nötig und gewünscht.

Wer noch mehr über die Geschichte des CSD Frankfurt erfahren will, dem sei die Chronik ans Herz gelegt, die von Reinhard Dietmann gepflegt wird.

Ach wärst Du doch in Düsseldorf geblieben…

Dorthe hat es ja schon vor vielen Jahren gewusst und geradeheraus gesungen. Ja, wärst Du doch in Düsseldorf geblieben, junger Playboy, also Kalle. Aber da Kalle eben nicht in Düsseldorf geblieben ist, hat es sich so ergeben, dass er nach Frankfurt kam. Vor ihm tat das schon wer anders aus Düsseldorf und hat sich aus der Feder Rainer Gütlichs erklären lassen, wie man einen CSD machen kann. Sprachs und tats und ging und ließ Kalle machen (oder so ähnlich).

Und da Kalle ein Düsseldorfer mit dem den RheinländerInnen  gegebenen Humor (synonym für Aufdringlichkeit) ist, hat er natürlich nicht locker gelassen. Das könnte man von unseren beiden Vorständen, die ansonsten ganz brav die Demo und die Infostraße betreuen, auch behaupten, und so berichteten sie immer wieder von Ihren Erlebnissen auf dem Düsseldorfer CSD – die an dieser Stelle verschwiegen werden sollen.

So kam es zu den jährlichen Besuchen der DüsseldorferInnen und Gegenbesuchen der FrankfurterInnen. Während die DüsseldorferInnen von Anbeginn wenig Scham hatten, in Frankfurt zu invasieren, haben sich die scheuen HessInnen da etwas schwieriger getan, aber, wie es so ist, fielen irgendwann auch hier die Grenzen und – schwupps – standen wir zu mehreren FrankfurterInnen auf dem Düsseldorfer Wagen und führten neben einem moderierenden Kalle die Düsseldorfer Demonstration mit an.

Was lag da näher, als diesen intimen Moment zu nutzen, um Düsseldorf einen Heiratsantrag zu machen?

Dann ging es Schlag auf Schlag, der Bembel wurde gemalt, das Düsseldorfer Kirsch an den Start gebracht, beides vereint und auf der Abschlussbühne des CSD Frankfurt getrunken. Ja, da hat der Kalle das richtige Mittel gefunden, denn wir müssen warnen: Düsseldorfer Kirsch kann in den Wahnsinn treiben. Das haben wir gemerkt, aber nun isses zu spät und wir werden natürlich zu unseren ehelichen Pflichten mit Freude (!) stehen. In Düsseldorf, im kommenden Jahr, wird es die Feier dann auch dort noch geben und dann ists richtig perfekt.

Die frankfurter und düsseldorfer Community kann sich nun auch nicht mehr verstecken, denn so eine Partnerschaft bringt natürlich für alle eine gewisse Pflicht mit sich. Jetzt heißt es, sich kennen lernen und für alle FrankfurterInnen und DüsseldorferInnn, die bis dato nicht im Traum daran gedacht haben, in die jeweilige Partnerstadt zu fahren, werden sie nun keine wirklich gute Ausrede mehr haben, es auch weiterhin nicht zu tun.

Und nein: Äppler und Alt zählen nicht als übergeordnete Gründe, Düsseldorf oder Frankfurt fern zu bleiben!

Achja, und wenn es politisch gerade nicht so fürchterlich unkorrekt wäre, dann würde ich mir jetzt schon ins Fäustchen lachen, wenn ich mir Bäppi La Belle auf der rheinischen Bühne vorstelle, wobei wir FankfurterInnen bis jetzt noch gut lachen haben, denn wir wissen ja nicht, welche rheinische Frohnatur unsere Bühne zukünftig entern wird – natürlich alles aus Gründen der Völkerverständigung, versteht sich.

Um also die von unserem (meinem) Lieblingschefredakteur Björn von unserer Lieblingszeiung GAB gestellte Frage, warum denn ausgerechnet Düsseldorf die Braut sei, zu beantworten: Weil Sie nicht in Düsseldorf geblieben ist!

Und wär sie dann doch in Düsseldorf geblieben – dann hätten wir diese wunderbare Chance verpasst, den Austausch von Bembel und Kirsch, von Bäppi und Kalle und, wer weiß, von Peter Feldmann und  Thomas Geisel zu fördern, zukünftig mindestens einmal im Jahr, oder, wer weiß, vielleicht auch öfter.

Zum Glück bist Du nicht in Düsseldorf geblieben. (jl)

Na, wie wars?

Zu laut, zu bunt, zu viel, zu wenig, zu politisch, zu viel Gequatsche, zu heiß, zu trocken, zu schnell, zu langsam, zu viel, zu wenig, zu teuer, zu kommerziell, zu viele Männer, die ganzen Lesben, wo sind die Transmenschen, zu wenig Latex, Sexistenkacke, Kapitalistenärsche, der schnöde Mammon, geile Paaaaaaadyyyyy, wo war Saskia, wer lässt denn den Bäppi auf die Bühne, nachher knallts, die Security sind so unfreundlich, wir freuen uns natürlich auch über die Heten, super Security habt ihr übrigens, wie komm ich denn ins Backstage, wer hat denn die da reingelassen, frankfurts Szene geht vor die Hunde, wow, die Prideweeks waren cool, och, gääähn, Kultur is ja nich meins, geiler Sound auf der großen Bühne, kann mal jemand leiser machen, dann lassen wir es eben ganz, warum ist meine Party denn nicht auf eurer Seite, wo gibts denn Programmhefte, warum fliegen denn da Luftballons, is wer gestorben, achso ich muss euch sagen, dass ich ne Party mache, jaja, alles Vetternwirtschaft in dem Verein, endlich mal mehr Kultur und Politik auf dem CSD, zu wenig Pappe uffe Demo, wa, ne selbst hab ich da keine Zeit da was zu machen, Klasse wie ihr das alles hier macht, Respekt …

Yo, wie immer. Gut wars! (jl)

Das ist die guuuude, aaaalde Zeit!

Früher. Da  haben wir nach Berlin, Köln oder Hamburg geschaut, denn da werden die richtig großen CSDs gefeiert. Was ist schon groß?

Heute. Da schielen wir verstohlen nach Darmstadt, das in diesem Jahr seinen vierten CSD startet oder gen Aschaffenburg, das seinen ersten CSD erfolgreich aus der Taufe hob. Gemütlich. Familiär. Revolutionär. Und vor allem klein. Klein genug, die Crowd zur Zwischenkundgebung um einen Wagen versammeln zu lassen und den wirklich tollen Reden zu lauschen.

Ja, das sind politische CSDs, so würde man auch gerne sein oder wieder sein oder endlich werden. Doch was bedeutet es denn überhaupt, „ein politischer CSD“ zu sein oder eben auch nicht? Was braucht es dazu, wann ist der CSD politisch und wann nicht?

Klein und laut

Es scheint, als ob „politisch“ synonym mit „klein“, „überschaubar“, „familiär“ verwendet wird, der unpolitische CSD ist entsprechend „groß“, „laut“, „anonym“, wahlweise auch „schrill und bunt“.

Blicken wir zurück: Vor zwanzig Jahren in Frankfurt war ich einer von vielleicht 200, der eine hellblaue (oder war es die rosafarbene) Flagge vor sich her trug, direkt über die Zeil lief und mehrheitlich ungläubige Blicke erntete.

Blicken wir nach vorne: Die einst schnuckeligen – und natürlich politischen – CSDs werden sich in einigen Jahren gemausert und vergrößert haben, weil sie eben immer so politisch waren und man lieber hier als woanders gefeiert und sie immer mehr Freunden empfohlen hat.

Ruuuhe, gaaanz viiiel Ruuuhe

Am Ende wäre das Optimum wohl eine Mischung aus modernem CSD und einem Hauch MIttelaltermarkt, auf dem es in dieser ganzen hektischen Welt mal wieder ruhiger zugeht, man sich in Ruhe auf sein Gegenüber einlassen kann, flirten kann, man selbst sein kann, ohne diese ganze große Sause. Nette Gespräche, netter Flirt, netter Sex ohne Krach und Shooter, ohne laut und schrill. Die Demonstration ohne laute Musik (in New York fahren keine LKW). Aber wollen das wirklich alle?

Wir vom Orgateam zerbrechen uns freilich jedes Jahr wieder den Kopf, wie wir den CSD denn nun politischer kriegen, haben die Politrunde im Vorfeld eingerichtet und dabei viele gute Bekanntschaften geschlossen. Wir haben die Kultur- und Politikbühne etabliert, die ein alternatives und wortreiches Programm anbietet, wir haben einen Empfang im Römer bekommen, die Prideweeks eingerichtet und treffen uns regelmäßig mit Vereinen aus der Community.

Es ist aber auch so, dass diese kleinen, feinen, politischen Dinge in der großen, lauten Masse oftmals untergehen und ein gewisser Aufwand, etwas Lautstärke und stärkere Farben von Nöten sind, um sie überhaupt sichtbar zu machen. Und dieser große Aufwand wird dann schon wieder – genau – als schrill und eben unpolitisch angesehen.

Es ist alles schon gesagt, nur nicht von allen

Auch die Politdiskutanten auf den Bühnen der CSDs schließen sich mittlerweile dem allgemeinen Tenor an, nichts zu sagen, was sie im Anschluss in Form eines Shitstorms aushalten müssten. Mutti macht’s vor. Oder sie belegen die Allgemeinplätze („wir finden das alles total wichtig“), die alle bereits mehrfach durchgekaut sind. Im Westen nichts neues.

Da stellt sich die Frage, ob es bei der mittlerweile permanenten  Empörung über alles und jedes, überhaupt noch möglich ist, nachhaltig politisch zu sein und in Ruhe über die Dinge diskutieren zu können, ohne das Gefühl haben zu müssen, dass sie bereits längst wieder von anderen Themen überholt sind. Die Gefahr ist groß – bei allem Wunsch nach mehr Politik – ein genervtes Kopfschütteln des Publikums zu ernten.

Vielleicht diskutieren wir aber auch einfach über die falschen Begriffe und es ist nicht der CSD, der politischer werden muss, sondern es ist zuerst einmal die Politik, die wieder politischer werden muss, die sich von ihrem Ego- und Lobbyzirkus verabschieden, wieder für die Menschen da sein und vor allem authentischer, ehrlicher und interessierter werden muss.

Vielleicht ist das der Wunsch, wenn wir von „mehr Politik“ reden – wieder mit Menschen zu tun haben zu wollen, die das, was sie sagen auch meinen, und umgekehrt. Und das auf beiden Seiten.

Der Rest ergäbe sich dann wohl von selbst.

PS: Es ist aber auch ein Irrtum, dieses „zurück zur Natur“ an „die Gesellschaft“ abgeben zu können. Politik ist stets eine individuelle Angelegenheit, und muss genau da auch zuerst entstehen, beim einzelnen Menschen. Das dann natürlich gerne auf dem CSD. (jl)

Mottooooooooooo!

Das waren noch Zeiten, als wir Frankfurter ein Motto hatten. Was gabs da aber auch schon dolle Sachen. Das schlagkräftigste war: „Einigkeit und Recht auf Gleichstellung“, das ja ursprünglich „Einigkeit und Recht auf Gleichheit“ hieß, aber abgesägt wurde, weil einige Community-MitgliederInnen daraus etwas fremdenfeindliches und nationalistisches zu basteln suchten, dafür sogar Prügeleien auf dem Aidshilfe-Sommerfest eingingen. Und: Welcher CSD kann denn schon eine Prügelei um das Motto sein eigen nennen?

Danach wurde es etwas ruhig, bis der (damals noch mit dem etwas sperrigen Namen agierende) Förderverein Zukunft Spenden e.V. sich eines Besseren besann und eins nach dem anderen förmlich raushaute.

„Eckstein, Eckstein, musst Du noch versteckt sein?“ war das erfolgreichste der erfolglosen. Sogar das Magazin (Achtung!) „Schwulissimo“, selbst kein Repräsentant origineller und schöner Namen, wählte uns zum schlechtesten Motto. Grund dafür war (nochmal Achtung!) der Hinweis, dass man sich heute ja nicht mehr zu verstecken brauche, als Schwuler oder Lesbe oder als Transgender oder Intersexuelle/r. Alles klar?

Noch heute werde ich auf dieses Motto angesprochen (selbstredend unter Aussparung jedweder Reflexion, ob es doch zutreffen könnte) und immer wieder bin ich dann doch etwas stolz darauf, denn wer kann von seinem Motto schon behaupten, dass man es drei Jahre später noch zitieren kann?

Als nächstes kam „Habemus Homo“. Der Papst wurde gerade gewählt – zugegeben die Mottofindung fand im Winter statt – und da dachten wir uns, es könnte doch mal ganz hübsch sein festzustellen, dass wir alles Menschen sind (oder haben) und dass die Kirche das in weiten Teilen noch nicht so sehe. Wer konnte denn ahnen, dass Franziskus ein derart wortliberaler Mensch sein und sogar den Schwulen einen Platz unter Gottes Himmel zusprechen würde (von Lesben, Trans- und Inter-Menschen sprach er nicht)?

Wir wären aber natürlich nicht in Deutschland oder ganz allgemein unter Bildungsbürgern, wenn man uns nicht sogleich auf die falsche Deklination hingewiesen hätte (leider habe ich schon wieder vergessen, wie es richtig hätte heißen müssen) – Einer drohte sogar, nicht auf den CSD zu kommen und war am CSD-Samstag dann doch sogar im Backstage zu sehen.

Ja, wir hätten es uns einfach machen können mit Motti wie „Alle sind eins!“, „Jetzt sofort alle Rechte für uns!“, „Nie wieder Diskriminierung!“, „Die Sonne scheint nur am Tage!“ oder ähnlichen Imperativen in ähnlichen Fassungen und Wortlauten. Haben wir aber nicht, und wir haben uns wirklich immer Mühe gegeben, das nicht zu tun.

Jetzt gönnen wir uns und allen anderen mal eine Mottopause, aber, um ehrlich zu sein, mir fehlt es schon wieder, das ganze Getue um ein Motto, eines, das niemand so recht mag, und deshalb noch so viele Jahre darüber sinniert und diskutiert! (jl)

Rühr‘ den Himmel auf, Rainer!

Weils so schön war und als kleine Erinnerung an unseren Rainer Gütlich, den Mr. CSD, wollen wir an dieser Stelle einen Text aus dem Programmheft 2008 veröffentlichen.

Der Staffer – die Biene des CSD

Der gemeine Staffer (sprich: sdaffä) ist an seinem blauen T-Shirt zu erkennen, auf dem der Name seiner Spezies in großen Lettern aufgedruckt ist. Er läuft meistens hektisch herum, organisiert oder repariert.

Die Staffer-Königin (die „Gütlich“) hat Ihr Volk mit einem Fernsteuerungsmodul im Griff, das im Ohr implementiert und an ein elektronisches Gerät angeschlossen ist, dem Funkgerät. Durch diese Apparatur verteilt sie Hinweise, meist in Form von kurzen, nur vom Staffer zu verstehenden Befehlen.

Der Ausgangspunkt des Staffers, sozusagen sein Stock, ist das gefürchtete „Backstage“. Dieser Bereich unterliegt einer starken Kontrolle, denn hier laufen die Fäden zusammen und hier bereiten die Küchenstaffer das Essen zu, das zwischen dem hektischen Herumlaufen eingenommen wird. Ab und zu lässt sich der Staffer auch auf einen lustigen Plausch ein.

Doch dann, ganz plötzlich, schwärmt er wieder aus, weil ein Befehl aus der Fernsteuerung sein Ohr erreicht. Der Staffer ist flink und beherrscht „die Kette“ mit tausenden Kisten aus dem Effeff. Er überlebt immer nur eine CSD-Saison, um danach wieder in die Unkenntlichkeit abzutauchen, bis … ja bis es wieder CSD ist, er sein blaues T-Shirt überstreift und sich an die Fernsteuerung anschließt.

(jl)

Community und so!

Jaja, was wären wir ohne die Community? Total wichtig. Gemeinschaft und so.

Ich komme ja auch, wenn es CSD ist, weil, also, weil, ja, weil, da gibt’s so viele lecker Jungs und Mädels, Und Musik auf ner großen Bühne, was zu trinken und was zu essen, achja, und die Politik, naja, die gibts auch. Wenn es ja spannend gemacht ist, feurig gewettert wird und gegen die blöden Homophoben geschrien wird, den Putin und die ganzen Blödmänner. da jubel ich mit. Na klar, Ehrensache. Und wenn sich dann noch jemand ins Zeug wirft und ein tolles Bild macht, auf dem der Putin dann mit Lippenstift und so. Wow, da empöre ich mich auch total gerne und like und teile das auch. Jawoll, empört euch!

Community, schon gut und wichtig!

Gut, wenn es dann auf dem CSD weniger spektakulär wird, Politiker befragt werden oder gar Kleinkunst gezeigt wird, jaaaa, da kann ich mich dann ja von der Parade erholen, kurz heimgehen und abends wiederkommen, wenn das Programm wieder losgeht, also das richtige Programm mit den Künstlern und den Dejays und, eben, den lecker Jungs und Mädels wieder, der Community eben.

Community find ich halt auch totaaaal wichtig!

Und dann gehts ja auch noch auf eine der vielen CSD Partys, richtig, wo wieder die lecker Jungs sind, und Mädels, und ich mich natürlich auch zeigen kann, wie lecker ich so bin. Dann pennen bis in die Puppen, weil mittags ja wieder eher so ein blödes Programm und wenig Jungs und Mädels zu kucken. Achso Politdiskussion und Kleinkunst unterstützen und anschauen? Gäähhn, da schau ich mir zuhause was im TV an. Auch gut. Neee, die sagen doch eh immer das gleiche. Das will ich dann auch nicht unterstützen. Aber wenn die dem Bouffier den Mund auf einem Foto mit rotem Lippenstift beschmieren und das dann hochladen auf Facebook und so, da like ich wieder und zeige, dass ich den auch total doof finde.

Community eben, da müssen wir doch zusammenhalten!

Ach, die Orga-Leute, die machen das schon alles. 100.000 Euro für nen CSD. Hört sich ja erstmal viel an, aber das sind ja Profis, gut, Ehrenamtler, die das alles in ihrer Freizeit machen, aber irgendwie hat das doch immer geklappt. Eigentlich brauchen die ja auch Unterstützung, also orgamäßig. Aber ich unterstütze ja: Ich like und ich teile auf Facebook und schreibe denen auch total oft, was mir nicht gefällt, am Bühnenprogramm und der Demoroute, und das der Stand in der Mitte mehr in die Mitte muss.

Das is ja auch wichtig für die.

Und die schreiben zwar, dass der CSD noch Geld braucht und lassen sich dann ja auch echt witzige Sachen einfallen, zum Beispiel Solibändchen und son Zeugs, dass sie dann im Shop verkaufen, aber, ganz ehrlich, meine 1,50, die machen den Bock doch auch nicht fett und die sehen auch so uncool aus. Da bestelle ich mal nix. Und Opening-Party find ich zwar auch klasse, aber nix für mich, sorry, aber liken und sharen tue ichs gerne mal. Macht doch nix, wenn die da organisieren und am End kein Schwein hingeht. Oder?

Dafür geh ich doch auf den CSD, weil Community, das find ich ja ganz wichtig. Ehrlich!

(jl)

Wir bleiben dabei: Multikulti ist gescheiter

Ja, mit der politischen Korrektheit ist es nicht einfach. Darf ich einen Mitmenschen ausländischer Herkunft Kanake nennen, Leute ins Arbeitslager wünschen, weil Sie anderer Meinung sind?

Vielleicht. Wenn ich mit Freunden unterwegs bin, die wissen, dass ich nicht „nicht alles schlecht fand“ und sich meiner liberalen Gesinnung sicher sind. Oder wenn jedem klar ist, dass ich ein Kabarettist oder Satiriker bin, zumal dann, wenn ich auf der Bühne stehe und die Menschen zu mir kommen, um eben jenen Spiegel vorgehalten zu bekommen, in den Sie außerhalb satirischen Kabaretts nicht schauen.

Ansonsten ist es mit der politischen Korrektheit so ein Spiel mit dem Feuer. Erst einmal wird man immer Menschen finden, die die Unkorrektheit beklatschen. Weil Sie sich selbst niemals trauen würden, unkorrekt zu sein, finden sie diejenigen gut,die sich mal trauen zu sagen, was keiner sonst sagen mag. das ist dann aber schon nicht mehr politisch korrekt, sondern – politisch.

Genau die aber sind dann kein gutes Publikum mehr, wenn sich der Rest der Welt über die Tragweite solcher Unkorrektheiten bewusst wird und nicht mehr goutiert. Dann kann es eben passieren, dass die einstigen Claqueure umfallen und man plötzlich der „enfant terrible“ ist, dem man es im Unterschied zu vorher verübelt, dass er „terrible“ ist.

das Feld der kabarettistischen Satire, das muss man auch noch wissen, ist ein nicht leicht zu bespielendes, das man nur dann betreten sollte, wenn die Kunst so beherrscht wird, dass jeder weiß, um was es sich handelt. Gerhard Polt darf definitiv auf „Kanaken“ eindreschen. Man versteht sich.

Wenn die geäußerte Satire aber nicht mehr klar zugeordnet werden kann, dann ist es gut, zwischendurch einmal mehr als üblich mit den Augen zu zwinkern und zwischendurch deutlich zu machen, wo die wirklichen Standpunkte liegen.

Ansonsten läuft man Gefahr, eben die Unkorrektheiten zu nähren, die dann auch so gemeint sind, wie sie in die Welt gesetzt werden. Und das darf man dann wieder nicht!

PS: Entgegen aller Unkenrufe, dass Multikulti gescheitert sei, bleiben wir dabei, dass die einzige Chance, in einer respektvollen und liberalen Welt zu leben, die ist, eine Atmosphäre zu schaffen, in der Diversität nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung empfunden wird. Dafür gehen wir das ganze Jahr über auf die Straße, reden mit Menschen, fördern Gemeinschaft und … organisieren den Christopher Street Day in Frankfurt am Main.

(JL)

MainCSD – Die Liebe

Es ist Freitag Abend und ich fahre nach Köln zum BundesnetzwerktreffenBundesnetzwerktreffen – das hört sich schon an wie Ehevollzug. Die Deutsche Sprache fühlt sich manchmal an wie Neonlicht um drei Uhr morgens. Der Rosa Tisch gefiele mir da schon besser, denn das ist es doch, wofür wir stehen, was wir wollen, mit unseren CSDs. Die Liebe, das Miteinander. Und das ist rosa. Für mich wenigstens.

Freitag, 20:00 Uhr: Der Abend verläuft angenehm. Treffen mit den Kollegen der anderen CSDs, etwas netzwerken, wie man ja so sagt, und klüngeln. Dann wird gelästert und es werden Pläne geschmiedet. Berlin ist heute, also morgen, dran. Weil Berlin so kommerziell ist, und gierig, und verrückt, und überhaupt. Diese ganze Stonewall-Geschichte, da müsse man was machen, heißt es. Abwarten und Bier trinken und dann ins Bett für den morgigen Sitzungstag.

Samstag, 10:00 Uhr: Leider etwas verkatert und deshalb den ganzen Tag redefaul. Mit der Tram durch Köln zum Tagungsraum, verfahren, wieder zurück, andere Tram, 20 Minuten laufen, dann endlich im Hotel. Es wird eine Satzung durchgekaut. Ich weiß, das muss sein, weil man doch eine juristisch einwandfreie blablabla, und außerdem schlagkräftig, blublublu. Jedenfalls ganz schön langweilig für Menschen, die doch eigentlich die Liebe vermitteln wollen.Oder geht’s beim CSD, also beim Stonewall etwa nur um Politik? Ja, scheinbar, es geht nur um Gesetze, um Rechte, also um Politik eben, um Kampf gegen alle möglichen Gegner, und wenn sie, die Gegner nicht im Land sind, dann gehen wir eben nach Uganda oder nach Russland, oder nach China. Den Brüdern und Schwestern dort helfen. Ach was, helfen, selten hört man so viel Ego an einem Stück. Zeit zum Mittagessen.

Samstag 15:00 Uhr: Die Satzung ist durch, sie muss jetzt noch gegendert werden.Was für ein Glück ist die Satzung weiblich. Da ist das Gendern nicht so schlimm, die Herren sind verbal ja eh in der Überzahl. Ein Programmpunkt weniger (für die Männers nennen wir die Satzung einfach ¨Satz¨). Jetzt aber im Sauseschritt weiter im Programm. Die Beitragsordnung wird verschoben, man hetzt zum nächsten Höhepunkt, die „Berliner Rede“, nein, besser, die Berliner Powerpoint-Präsentation. Trommelwirbel. Eins vorweg: Ich mag die Kollegen, jeden einzelnen. Wir sind eben divers. Genau das, was wir von anderen wollen, ertragen wir selbst oft nicht. Verrückt.

Samstag 16:00 Uhr: Also fängt Berlin an, den Begriff Stonewall zu inszenieren. Ratlose Gesichter, denen man erklären will, was Stonewall war und ist und was das mit dem CSD zu tun hat. Das Ufo hebt langsam ab, doch es sitzt nur der Vorträger drin, die anderen starren ungläubig nach oben, schauen also die Präsentation an, dann spricht Obama (er sagt wohl irgendwas über Stonewall, und das hat dann grad gepasst, in die Präsentation von Stonewall) und man dreht sich um, um zu schauen, ob da vielleicht Gäste sind, die man nicht bemerkt hat, und denen Stonewall erklärt werden soll. Nein, man meint uns. Also lassen wir uns Stonewall erklären. Endlich vorbei. Die Idee ist natürlich gut. Keine Frage, Und nach der Liebe frage ich jetzt dann auch nicht mehr.

Samstag 17:00: Kurze Pause. Letzte Programmpunkte werden durchgewinkt und dann die Vereinssitzung. Man ist müde, komisch eigentlich, sollte man nicht hellwach, inspiriert und beflügelt sein, nach so einem Zusammentreffen? Ach so stimmt. die Liebe: Fehlanzeige.

Samstag 19:00 Uhr: Vorbei. Die Sitzung ist aus und wir gehen noch etwas essen und trinken. Alkohol, um runterzukommen, und das, obwohl man ja schon unten ist. Jetzt Entspannung, klönen, reden, lachen, Spaß haben, Ideen haben, also alles das, was doch auch so einer Sitzung gut getan hätte. Dann der Abschied, in den Armen liegen und es schade finden, dass es schon vorbei ist. Jetzt geht die CSD Saison los und wir freuen uns auf ein Wiedersehen. Da, jetzt ist sie doch noch eingekehrt. Die Liebe.

Abfahrt nach Frankfurt, spät angekommen, schön war’s, und ich hab natürlich vor allem eines für den nächsten CSD mitgenommen. Genau. Die.

(JL)